Tarifverhandlungen 2013 bei der BVG AöR

Tarifverhandlungen 2013 bei der BVG AöR

24. Mai 2013
Nach „langen, zähen Verhandlungen“ zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem Kommunalen Arbeitgeberverband konnte nun endlich ein „heroischer, bahnbrechender Abschluss“ der Tarifverhandlungen erzielt werden !!!
Unter der Überschrift „Zukunft der BVG AöR und BT GmbH bis 2025 gesichert !!!“ informiert ver.di ihre Mitglieder, dass für beide Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) ein gutes Ergebnis für die Beschäftigten erreicht werden konnte.
Im Entgelt bekommen die Beschäftigten von BVG und BT insgesamt eine Entgelterhöhung nach der berühmten Milchmädchenrechnung von 4,7 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten, was im Detail bedeutet:
  • ab dem 01.07.2013 eine lineare Entgelterhöhung von 1,0 %
  • ab dem 01.01.2014 eine lineare Entgelterhöhung von 2,2 %
  • ab dem 01.01.2015 eine lineare Entgelterhöhung von 1,5 %
  • kündbar ist der TV erstmals zum 30.06.2015
In der Frage der Zukunftssicherung konnte ver.di laut eigenem Tarifinfo in „harten Verhandlungen“ erreichen, dass die Anwendungsvereinbarung für die BVG und ihrer Tochter BT bis 2025 verlängert wird. Damit verbunden sei der Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen:
der Preis hierfür ist die Erhöhung von Fremdvergaben der Leistungen an Subunternehmen !!!
Wenn man von der anfänglich geforderten linearen Entgelterhöhung von 6,5 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten ausgeht, darf man sehr wohl Nachfrage halten, was es bei diesem Tarifabschluss zu bejubeln gibt. Selbst die von ver.di in den Vordergrund gestellte und stark bejubelte Aussage „Zukunft der BVG AöR und BT GmbH bis 2025 gesichert !!!“ dürfte keinen sehr großen Jubel auslösen, zumal diese „Zukunftssicherung“ politisch durchaus gewollt ist, denn der Regierende Bürgermeister selbst hat auf der Personalvollversammlung im vergangenen Jahr ein sehr deutliches Bekenntnis zum öffentlichen Unternehmen BVG abgegeben.
Rund 24 Millionen Euro soll dem Unternehmen der Tarifabschluss kosten, in etwa soviel, wie das Unternehmen bereits einkalkuliert hatte. ver.di und BVG wollen auch zukünftig nicht mehr interessengeteilte Wunschvorstellungen, sondern objektive Unternehmensdaten zum Ausgangspunkt von Tarifverhandlungen machen, um so schneller zu einem Ergebnis zu gelangen. Wer hierbei interne Absprachen zwischen Arbeitgeber und der Gewerkschaft ver.di vermutet, ist ein Schelm.
Mit dem von ver.di eingeführten TV-N im Jahre 2005 wurde der Grundstein gelegt für die immer schlechter werdenden Arbeits- und Entgeltbedingungen für uns Arbeitnehmer/innen. Der bisherige Verlauf diesbezüglich lässt erahnen, in welche Richtung das Unternehmen BVG mit Hilfe der offensichtlich arbeitgeberfreundlichen Gewerkschaft ver.di geführt wird …
Mario Hafermann
(Vorstand Betriebsgruppe BVG in der GVV Berlin)